Strategie zur Bekämpfung der Kirschessigfliege entwickelt

Von der Kirschessigfliege befallene Traube der Rebsorte Vernatsch.</br>Foto: Versuchszentrum Laimburg

In dem vom Versuchszentrum Laimburg koordinierten EFRE-Projekt DROMYTAL wurde in Zusammenarbeit mit der Freien Universität Bozen eine innovative Strategie zur Bekämpfung der Kirschessigfliege entwickelt.

„Die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft ist eines unserer wichtigsten Ziele und dank Forschungsprojekten wie DROMYTAL ist es nun möglich, ganz konkret die Aufwandmenge an Pflanzenschutzmitteln auf den Kulturen zu reduzieren, um diesem Schadinsekt Herr zu werden. Auf diese Weise nähern wir uns Schritt für Schritt unserem Maximalziel an, nämlich der Obstgarten Europas mit der größten Biodiversität zu werden“, so Agrarlandesrat Arnold Schuler.

„Ziel unserer Arbeit im Bereich Pflanzenschutz ist es verschiedene Strategien zu testen und zu entwickeln, um die Ernte zu sichern, die Qualität des Ernteguts zu erhalten und gleichzeitig die Umwelt und die Gesundheit des Konsumenten zu schützen“, sagte der Leiter des Instituts für Pflanzengesundheit am Versuchszentrum Laimburg, Klaus Marschall: „Das Projekt DROMYTAL ist ein sehr konkretes Beispiel dafür, wie die angewandte Forschung direkt auf die Probleme der landwirtschaftlichen Praxis reagieren und Lösungsansätze bereitstellen kann. Hier haben wir es geschafft eine innovative Methode zur Bekämpfung eines invasiven Schädlings zu entwickeln, und das mit einer im Vergleich zu konventionellen Methoden beträchtlich reduzierten Aufwandmenge an Pflanzenschutzmitteln“ bekräftigte Marschall. „Der nächste wichtige Schritt besteht nun darin, diese Strategie auch für die Anwendung in der Praxis verfügbar zu machen.“

Köderverfahren „Attract & Kill“

Im Projekt DROMYTAL hat das Forscherteam unter der Leitung des Versuchszentrums Laimburg mit dem sog. „Attract & Kill“-Verfahren eine innovative Strategie zur Bekämpfung der Kirschessigfliege entwickelt. „Diese Strategie beruht auf einem besonderen Hefelockstoff, dem ein geeignetes Insektizid beigemengt wird“, erklärte die Expertin für invasive Schädlinge am Versuchszentrum Laimburg, Silvia Schmidt, die das Projekt geleitet hatte. „Die Formulierung lockt den Schädling auf gezielten Flächen an, die Kirschessigfliege wittert in der Hefe eine Nahrungsquelle und verendet dann am beigemengten Insektizid.“

Die Besonderheit an dem neuen Verfahren: Wo möglich, wird die Hefelockstoffformulierung gezielt auf die Blätter aufgebracht, nicht auf die Früchte. Auf diese Weise ist es nicht erforderlich die gesamte Anlage zu behandeln. Dadurch reduziert sich die Aufwandmenge an Insektizid pro Hektar beträchtlich, eine eventuelle Rückstandsbelastung an Früchten wird von Vornherein minimiert und die Behandlungen sind damit umweltverträglicher sowie nachhaltiger: „Unsere „Attract & Kill“-Strategie hat im Freiland bereits bewiesen den Befall durch die Kirschessigfliege wirksam und nachhaltig zu bekämpfen, und zwar gleichermaßen wie Behandlungen mit konventionellen Insektiziden, aber mit einer Reduktion der Aufwandmenge um ein Drittel und einer besseren Umweltverträglichkeit“, erklärte Schmidt.

Quelle: Versuchszentrum Laimburg