Nitratwerte sinken leicht ab – Phosphorbelastung bleibt unverändert

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Der Zustand des Grundwassers in Deutschland laut Umweltministerium hat sich leicht verbessert. Die Anzahl der Messtellen, bei denen der EU-weite Nitrat-Grenzwert im Grundwasser überschritten wird, ist seit 2016 leicht gesunken. Die hohen Konzentrationen von Pflanzennährstoffen in den Küsten- und Meeresgewässern von Nord- und Ostsee sind aber noch zu hoch. Das zeigen die Daten des aktuellen Nitratberichtes 2020, den das Bundesumwelt- und das Bundeslandwirtschaftsministerium alle vier Jahre erstellen. Der Grenzwert der EU-Nitratrichtlinie zum Schutz des Grundwassers vor Nitrat werden an einem Viertel der Messstellenweiterhin nicht eingehalten. Die neue Düngeverordnung,die mit, einer passgenauen Ausweisung belasteter Gebiete und mehr Verursachergerechtigkeit einher geht, wird zu weniger Nitratbelastung führen.

Grundwasser: An 26,7 Prozent der Messstellen des EU-Nitratmessnetzes lagen die Nitrat-Konzentrationen zwischen 2016 und 2018 im Mittel über dem EU-Nitratgrenzwert von 50 mg/l. Im vorherigen Berichtszeitraum (2012 bis 2015) betrug dieser Anteil noch 28,2 Prozent, so dass im Vergleich eine leichte Verbesserung festzustellen ist.

Fließgewässer und Seen: An der Mehrzahl der Messstellen für die Fließgewässer und Seen gingen die Nitratkonzentrationen in den Jahren 2016 bis 2018 – im Vergleich zum ersten Erhebungszeitraum 1991 bis 1994 – zurück. Die Phosphorkonzentrationen an allen Seen und Fließgewässermessstellen bleiben nahezu konstant. Hier stiegen die Konzentrationen nur minimal an.

Küsten- und Meeresgewässer: Die Küsten- und Meeresgewässer unterliegen trotz reduzierter Nährstoffeinträge einer hohen Eutrophierungsbelastung: Die Nitratkonzentrationen sind küstennah am höchsten und nehmen zur offenen See hin ab, da die Einträge vom Land aus erfolgen und zur See hin verdünnt werden.

Gesamtbewertung: Grundwasser hat ein langes "Gedächtnis" für Belastungen, es fließt langsam und reagiert träge auf Änderungen der Stoffeinträge. Verbesserungen der Grundwasserqualität wirken sich erst später entlastend auf die Qualität der Oberflächengewässer und schließlich auch der Küsten- und Meeresgewässer aus. Anhand der vorliegenden Messergebnisse (Datenbasis 2016 bis 2018) lässt sich daher noch nichts über die Wirkungen der Novellierung der Düngeverordnung 2017 und die weitere Änderung 2020 aussagen.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.

Quelle: BMU