Schwarze Flecken auf Karotten entwickeln sich oft erst nach der Ernte im Lager. In der Regel werden sie von Schaderregern aus der Gattung Chalara bzw. Thielaviopsis und seltener von Alternaria hervorgerufen. Seit ein paar Jahren tritt bei uns darüber hinaus noch sehr vereinzelt ein neuer Schadpilz in Erscheinung: Rhexocercosporidium carotae. Er wurde bislang nur an Möhre (Daucus carota) gefunden.
In Skandinavien und den Niederlanden scheint die Krankheit in einzelnen Jahren Probleme zu bereiten. Die Schweizer Kollegen sehen in ihr zumindest in einzelnen Regionen ein größeres Problem als die Chalara-Fäule. In Baden-Württemberg waren zunächst Waschmöhren aus dem Bio-Anbau betroffen. Später trat er auch in der integrierten Produktion auf. Gemeinsam war allen Fällen, dass die Möhren bereits längere Zeit gelagert worden waren und noch einen starken Erdanhang aufgewiesen hatten.
In einigen Fällen erfolgte die Lagerung in Erdmieten. Auf der Rübe sind oft mehrere rundliche, leicht eingesunkene, trockene Flecken mit einem Durchmesser von bis zu 1 cm zu finden. Sie weisen im Zentrum eine dunkelbraune Farbe auf und sind von einem tief schwarzen Rand umgeben. Er grenzt die Nekrose scharf zum ungeschädigten Gewebe ab. Bei größeren Flecken kann das Gewebe im Zentrum einreißen. Die Rübenflecken reichen mit 1 - 3 mm nicht tief ins Gewebe hinein, wären also durch Schälen zu entfernen.
Bei nur geringem Befall kann man die betroffenen Rüben aussortieren, sind jedoch mehr als 5 % befallen, ist die Partie nicht vermarktungsfähig. In der Literatur wird berichtet, dass der Pilz nach Infektion von Sämlingen zur sogenannten Umfallkrankheit führt. Auf Blattspreiten und Blattstiele sollen sich nach Rhexocercosporidium-Infektionen nekrotische Flecken bilden. Bei starkem Befall sollen sich die Nekrosen über die gesamte Wurzel erstrecken. Diese Schadbilder wurden bei uns noch nicht beobachtet.
Zum Zeitpunkt der Einlagerung waren die Rübenflecken noch nicht erkennbar. Sie haben sich offensichtlich erst während der Lagerung entwickelt. Rhexocercosporidium carotae gilt als frost- bzw. kältetolerant. So wächst er bei Temperaturen von -3 bis 25 °C, wobei das Optimum bei 18 °C liegt. Je wärmer die Lagerbedingungen umso eher ist demnach mit einem Schadauftreten zu rechnen. Nach niederländischen Untersuchungen begünstigen hohe Temperaturen während der Ernte den Befall ebenso wie stärkere Verletzungen beim Roden. Der Pilz bevorzugt nämlich Verletzungen für die Infektion, ist aber auch in der Lage, unverletztes Periderm in geringem Umfang zu besiedeln.
Auch wenn die Karotte die derzeit einzige bekannte Wirtspflanze für den Schaderreger ist, haben holländische Erhebungen ergeben, dass der Befall bei einer Verunkrautung des Feldrandes mit Doldenblütlern höher ist. Um einen stärkeren Befall im Lager zu vermeiden, sollte die Temperatur bei der Ernte nicht zu hoch und der Roder so eingestellt sein, dass die Verletzungen des Rübenkörpers minimal sind. Darüber hinaus ist nach Möglichkeit eine niedrige Lagertemperatur anzustreben. Generell ist über die Biologie des Schaderregers fast nichts bekannt. So ist insbesondere unklar, wo, wie und wie lange der Schaderreger überdauert.
Daher hat man auch noch keine Erklärung, warum Rhexocercosporidium in einzelnen Jahren zu hohen Ausfällen führt und der Pilz in anderen Jahren als Schadfaktor zu vernachlässigen ist. Um die Verbreitung dieses Schadpilzes zu erfassen, bittet das Landwirtschaftliche Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) um Ihre Mithilfe.
Schicken Sie bitte Mohrrüben aus dem Lager mit den dargestellten Symptomen zusammen mit dem unten abgedruckten Erhebungsbogen, den Sie kopieren oder ausschneiden können, der Ihnen auf Wunsch aber auch zugeschickt wird, an das LTZ Augustenberg. Die Kosten für die Einsendung können leider nicht erstattet werden, die Probeneinsender werden jedoch über das Untersuchungsergebnis ihrer Probe(n) informiert.