Laimburg: Samurai-Wespe erfolgreich freigesetzt

In die Samuraiwespe setzen viele Obstanbauer große Hoffnungen – als Gegenspieler zur Marmorierten Baumwanze</br>Foto: Versuchszentrum Laimburg

Die Marmorierte Baumwanze verursacht in vielen Ländern beträchtliche Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen. Um den Schädling unter Kontrolle zu bringen, hat das Versuchszentrum Laimburg nun mit der Freisetzung der Samurai-Wespe begonnen, einem „natürlichen Gegenspieler“ der Baumwanze.

„Bei der Samurai-Wespe handelt es sich um einen ca. 2 mm kleinen eierfressenden Parasitoiden, der die Eigelege der Marmorierten Baumwanze parasitiert. Er legt seine Eier in den Eigelegen der Baumwanze ab und hindert diese so daran, sich zu vermehren. Die Samurai-Wespe erreicht hohe Parasitierungsraten (90 %) an Eigelegen der Marmorierten Baumwanze, weist eine relativ kurze Entwicklungszeit auf, kann sich gut an kältere Temperaturen anpassen und parasitiert andere Wanzenarten nur ganz minimal“, erklärt Expertin Martina Falagiarda, die die Zucht der Samurai-Wespe am Versuchszentrum Laimburg leitet.

In den entomologischen Labors am Institut für Pflanzengesundheit des Versuchszentrums werden Baumwanzen gezüchtet, damit diese Eigelege produzieren, die die Samurai-Wespe parasitieren und sich so vermehren kann. Je mehr Eier der Marmorierten Baumwanze zur Verfügung stehen, umso größer die Anzahl vermehrter Parasitoide, die zur Bekämpfung der Marmorierten Baumwanze im Feld freigesetzt werden können. 

Für die Freisetzungen haben die Experten des Versuchszentrums 42 geeignete Standorte in ganz Südtirol ausgewählt. Die Standorte befinden etwa in der Nähe von Obstanlagen, an Hecken, aber auch im urbanen Bereich (Straßenränder, Alleen), wo verschiedene Pflanzenarten wachsen, die der Marmorierten Baumwanze als Wirtspflanzen dienen. Ziel ist es, möglichst alle von der Marmorierten Baumwanze aufgesuchten Habitate abzudecken.

Quelle: Versuchszentrum Laimburg