Energie effizient nutzen

Eine dicht schließende Lüftung ist ein wesentlicher Beitrag zur Energieeinsparung<br>Foto: Springer

In der Ausgabenstatistik eines Gartenbaubetriebes steht Energie zwar nicht an erster Stelle, macht dennoch mit rund 10 bis 25 % der Aufwendungen einen erheblichen Teil der Kostenstruktur aus. Wer hier in moderne Technik investiert oder die Kostenbremse ansetzt, besitzt einen erheblichen Vorteil im Wettbewerb. Ziel ist es, durch eine optimale Wärmedämmung den Energieverlust zu minimieren, gleichzeitig aber den Lichtdurchgang nicht wesentlich zu beeinträchtigen. Im Mittelpunkt aller Bemühungen steht daher die effektivere Nutzung der eingesetzten Energie:

  • Kontrolle auf defekte Scheiben, undichte Lüftungen und Türen oder schlecht schließende Energieschirme
  • Stehwände isolieren mit Luftpolsterfolie
  • zweiter Energieschirm (Tageslichtschirm, der bei entsprechendem Lichtangebot auch tagsüber geschlossen bleiben kann)
  • Bedachung mit Luftpolsterfolie, aufblasbarer Doppelfolie oder Stegdoppelplatten
  • Dämmplatten an den Fundamenten (lassen sich auch nachträglich noch anbringen)
  • Stehwände mit Dämmplatten statt Glas (bei Flächen in Nordrichtung und schattenliebenden Kulturen)
  • sauberes Bedachungsmaterial (auch von innen!)
  • Kesselwartung und Kesselreinigung (eine Rußschicht von nur 1 mm auf den Rauchgaszügen der Kesselanlage erhöht die Heizkosten um 10 %)
  • Beimischpumpe nur bei Bedarf zuschalten. Oft ist diese auf einen Bedarf von 50 % des gesamten Volumenstroms ausgelegt und den ganzen Tag in Betrieb. Besser ist die Schaltung nur dann, wenn Bedarf vorhanden ist, d.h. die erforderliche Umlauftemperatur unterschritten wird (Kopplung über einen Fühler im Rücklauf)
  • Ringleitung und Verteiler isolieren
  • Stellglieder und Temperaturfühler überprüfen
  • Vegetationsheizung statt Rohrheizungen im Luftraum
  • Kesselanlage modernisieren (kann ruhig größer ausfallen, denn im Gegensatz zu früheren Anlagen besitzen die modernen Kessel eine höhere Wirtschaftlichkeit im Teillastbereich)
  • ein Wärmespeicher gibt die Energie des Tages nachts ab und arbeitet darüber hinaus als Puffer, um Bedarfsspitzen zu brechen. Dadurch muss die Anlage nicht auf den Spitzenbedarf ausgelegt werden
  • bei Erdgas lässt sich durch den Einsatz eines Abgaskondensators Energie von 5 bis 7 % einsparen
  • Einsatz von Ventilatoren, um Temperaturschichtungen zu vermeiden. Die Luftbewegung führt zu einem gleichmäßigen Klima und verbessert die Kulturbedingungen. Das verhindert zu kalte oder zu feuchte Bereiche, so dass gefahrloser am Limit gefahren, bzw. die Temperatur nachts stärker abgesenkt werden kann
  • Häuser stilllegen. Ist sicherlich eine radikale Methode, um Energie einzusparen. Ob sie sinnvoll ist, bleibt dem Betreiber vorbehalten. Da eine ordnungsgemäße Stilllegung recht aufwendig ist, wird überwiegend der frostfreie Betrieb bevorzugt
  • über einen Neubau nachdenken, spätestens nach einer Nutzung von 30 bis 40 Jahren sind Gewächshäuser allein schon aus arbeitstechnischen Aspekten nicht mehr effizient zu nutzen
  • Netto-Kulturfläche erhöhen durch Rolltische, eine zweite Ebene oder Ampelpflanzen
  • Wasserverdunstung einschränken durch geeignete Bewässerungsverfahren (Tropfschlauch, Ebbe-Flut)
  • Wassertanks im Haus, dadurch ist das Wasser bereits angewärmt und entzieht der Luft nicht so viel Energie
  • Pflanzensorten, die sich einige Grad niedriger kultivieren lassen, oder Umstellung auf eine Kaltkultur
  • später schattieren, denn Kulturpflanzen vertragen mehr Licht als angenommen (wenn sich alle anderen Parametern im Optimum befinden!). Mehr Licht heißt mehr Energie, mehr Photosynthese, kürzere Kultur, mehr Flächenertrag
  • diffuse Strahlung im Haus erhöhen (durch mikrostrukturiertes Glas oder entsprechende Folien), verbessert die Lichteffizienz und die Photosynthese
  • Kunstlicht über LED's, die nur einen Bruchteil an Energie verbrauchen

Peter Springer