Deutliche Unterschiede bei den Bodenwasservorräten in Deutschland: Entscheidend für die Landwirtschaft ist nun das Wetter im Mai und Juni – die Jahreszeitenvorhersage für den Frühsommer ist jedoch noch unsicher.
Nach einer regenintensiven Witterungsperiode im Januar und Februar 2020 hat sich in Deutschland in den letzten Wochen wieder häufig eine stabile Hochdruckwetterlage eingestellt, die zwar teilweise kühles, aber insgesamt sehr trockenes Wetter brachte. Es besteht die nachvollziehbare Befürchtung, dass diese Trockenheit der Auftakt für einen erneuten Trockensommer sein könnte.
Bodenwasservorräte insgesamt besser als 2019 – kritische Situation bei leichten Böden
Tatsächlich sind die Wasservorräte der Böden in vielen Regionen noch recht gut gefüllt, wenn auch nicht so gut, wie es um diese Jahreszeit normal wäre. Problematisch sind vor allem Sandböden ohne Grundwasseranschluss, da sie wenig Wasser pflanzenverfügbar speichern können und sehr schnell austrocknen. Hier sind inzwischen die oberen 10–15 cm des Bodens trocken. Hinzu kommt die aktuelle Wetterlage (intensives Strahlungswetter, trockene Luft, starker Wind, regional Bodenfrost), die teilweise bereits zu Schäden im Getreide auf leichten Sandböden führt.
Örtlich sind in tiefen Bodenbereichen, zwischen einem und zwei Metern Tiefe, noch Defizite zu verzeichnen, die als Nachwirkungen der letzten beiden Trockenjahre nicht ausgeglichen werden konnten. Dies gilt vor allem in Gebieten in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, wobei die Situation in diesem Frühjahr bundesweit betrachtet besser ist als im Vorjahr.
Für die Landwirtschaft waren nach dem regenreichen Februar die letzten trockenen Wochen sehr wichtig, um die Aussaat von Sommergetreide, Mais und Zuckerrüben durchführen zu können. Auch das Wintergetreide hat von der Witterung der letzten Monate überwiegend profitiert. Hier sind je nach Saatzeitpunkt jedoch teilweise große Unterschiede festzustellen. Frühsaaten mit guter Wurzelentwicklung haben zurzeit noch wenig Probleme.
Quelle: BLE