Der Gewinner ist …

Es ist schwierig, unter all den Mitbewerbern tatsächlich den einen Preisträger zu küren, der die virtuellen Weiten des Internets am besten genutzt hat, Corona zum Trotz Offene Tage-Flair zu verbreiten. Anlaufschwierigkeiten hatten so gut wie alle, wollte man in Anbetracht von im Laufe der Zeit wahrscheinlich deutlich ansteigendem Datenverkehrs und zunehmender in Beschlagnahme der potentiellen Ansprechpartner zu den Ersten gehören, die das Informationsangebot nutzen wollten, war vielleicht auch angesichts der Mammutaufgabe, die Felderfahrung ins Internet zu verlegen, Enttäuschung vorprogrammiert. Der Mausklick, der die Portale  freischaltete ließ zuweilen auf sich warten.

Mancher Anbieter hatte dann fünf Tage geöffnet, andere beschränkten sich auf den Klassiker im Dreitagesformat. Ein digitales Feld hatten alle in der einen oder anderen Form im Angebot; Hazera war dann allerdings die einzige Firma, die über Produktinformationen und mal mehr, mal weniger inspirierende Kurzfilme hinaus auch noch die Mittagsbetreuung ihrer Kunden übernahm. Gab es am Dienstag ein Fitnessprogramm in zwei Schärfestufen, das von liebevoll animiertem Gemüse angeleitet wurde, folgte am Mittwoch ein Halbstünder, in dem Hazeras Zwiebelmann für den Süden der Niederlande Schlagern aus einer längst vergessenen Zeit neues Leben einhauchte.

Den Abschluss am Donnerstag machte ein Quiz, das in der GB-Profi-Redaktion für reichlich Diskussionsstoff sorgte: gefragt wurde bspw. nach der längsten jemals produzierten Gurke – wie sich im Nachhinein herausstellte, war nicht die Länge, die mit knapp über einem Meter im Guinessbuch der Rekorde verzeichnet ist, die richtige Antwort, sondern weit weniger glaubwürdige Berichte, die 2018 im englischen Derby ein 129.54 cm langes Exemplar entdeckt haben wollen. Und auch die wenig präzise formulierte Frage nach dem Land mit dem höchsten Kohlkonsum sorgte für Gesprächsbedarf: Schließlich gibt es sehr viele Chinesinnen und Chinesen in China, und wenn die alle nur ein kleines bisschen essen, ist das natürlich zusammengenommen eine ganze Menge. Dennoch wäre es schäbig, den Russinnen und Russen den Titel als Kohlverbraucher Nr.1 streitig zu machen, denn die legen schließlich mit über 20 kg pro Nase und Jahr traditionell die Messlatte für alle Mitbewerber auf.

Tim Jacobsen