Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg

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Leicht erkennbar am Rotor: der HinovaFan<br>Foto: Jacobsen

Es ist noch gar nicht so lange her, da versprachen Ventilatoren, die im Gewächshaus für horizontalen Durchzug sorgen, die Lösung aller Probleme zu sein. Schnell zeigte es sich aber, dass dies die Probleme oftmals eher ver- als entschärfte. Und das hat Svenssons Klimaexperten Ton Habraken zufolge viel mit der Luftschichtung unter Glas zu tun.

Wenn Luft über den Beständen horizontal bewegt wird, nimmt sie immer mehr Feuchtigkeit auf - sowohl die relative als auch die absolute Luftfeuchtigkeit steigen. An Gewächshausbauteilen kühlen die Luftmassen dann wieder ab, was zu einem zusätzlichen Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit führt - und dazu, dass kalte, feuchte Luftpakete absinken und für Pflanzenschutzprobleme sorgen.

Unten warm, oben kalt - sowie andersherum: keine gute Kombination

Ist spätnachmittags beispielsweise der Klimaschirm noch nicht geschlossen und das Gewächshausinnere durch die Sonneneinstrahlung noch stark aufgeheizt, schieben die Wurzeln nach, obwohl das Triebende seine Wachstumsphase schon abgeschlossen hat. Eine Situation, die mit veränderten Vorzeichen auch vormittags auftreten kann.

Der Effekt ist dann allerdings jeweils ähnlich: Aus der Balance geraten antworten die Pflanzen mit Stagnation. Um dies zu verhindern, muss für vertikale Luftzirkulation gesorgt werden, Heizungsrohre in Bodennähe übernehmen zumindest derzeit noch im Regelfall diese Aufgabe. Hinova Ventilatoren könnten allerdings eine im Vergleich zum Heizungsdauerbetrieb energiesparende Lösung des Problems darstellen.

Die Pflanzenphysiologie lässt sich überlisten

Mit den sogenannten HinovaFans lässt sich die Luft zwischen den Pflanzreihen vertikal bewegen. Werden die Ventilatoren dann noch mit den passenden Klimaschirmen kombiniert und koordiniert, lassen sich horizontale Temperaturunterschiede egalisieren und vertikale Temperaturgradienten können gar nicht erst entstehen.

Mit dem sogenanntem Climate House erweiterte der schwedische Schirmfabrikant Svensson im Herbst 2020 sein Produktportfolio um eine Dienstleistungssparte, deren alleinige Aufgabe es ist, Produzenten in der Frage der bestmöglichen Klimaführung zu unterstützen.

Erschwerte Anbaubedingungen erfordern individuelle Lösungen

Und während es für Standardprodukte in konventionellen Produktionsverfahren Beratungsangebote zuhauf gibt, schlägt spätestens in Ausnahmefällen wie der Biogemüseproduktion unter Glas die Stunde von Spezialisten. So hat es dann auch nicht lange gedauert, bis Wolfgang und Florian Steiner vom gleichnamigen Gemüsebaubetrieb Kontakt mit den Klimaexperten von Svensson in Kontakt kamen.

An den beiden oberbayrischen Standorten Kirchweidach und Emmerting installierte Familie Steiner zwischen 2014 und 2020 in insgesamt vier Bauabschnitten auf knapp 30 ha Schirme von Svensson. Auch für ihr Neubauprojekt im oberösterreichischen Geinberg wählte Familie Steiner ein Schirmtuch des schwedischen Fabrikanten.

Nachhaltigkeit first, technischer Vorsprung auch

Dass Familie Steiner sich für Luxous 1147 ECO FR im Neubauprojekt entschied, unterstreicht nicht nur ihren Anspruch, Fruchtgemüse unter Glas so nachhaltig wie nur irgend möglich produzieren zu wollen, sondern zeigt auch, dass sie sich nicht scheuen, die technische Vorreiterrolle zu übernehmen. Immerhin wird der BIOhof Geinberg das erste Großprojekt sein, in dem Svenssons Schirmneuentwicklung mit seinem 30 % hohen Recyclingmaterialanteil zum Einsatz kommt.

Ebenfalls zum Einsatz kommen werden dort auch HinovaFans – und zwar auf den gesamten 10 ha. Mit eine Rolle bei der Entscheidung für die Installation der Ventilatoren hat gespielt, dass Florian Steiner am BIOhof Kirchweidach bereits gute Erfahrungen mit diesen Ventilatoren gemacht hat.

Auch wenn wenige Wochen nach der Installation noch keine belastbare Datenauswertung möglich gewesen ist, war er sich doch sicher, dass die Pflanzen auf den anfänglich 5 000 m2, aus denen bald darauf 10 000 m2 geworden waren, eine bessere Figur machten als die Pflanzen auf den restlichen 35 000 m2 ohne nachgerüstete HinovaFans.

Ohne betriebsindividuelle Lösungen geht es nicht

Wolfgang Steiner fasst zusammen, was er sich von Klimaberatung erwartet: „Wir brauchen niemanden, der uns erzählt, wie es woanders läuft - wir brauchen jemanden, der sich wirklich um unsere Probleme kümmert.“ Bruder Florian ergänzt: „Was nützt uns der perfekte Schirm, wenn er richtig installiert ist und uns dann keiner sagt, wie er am besten eingesetzt werden soll?“

Und genau an diesem Punkt setzt das Climate House an, erklärt Ton Habraken: „Wir wollen unseren Teil dazu beitragen, dass am Ende auch das herauskommt, was wir anfangs versprochen haben.“ Denn, und da sind sich Habraken und Steiners einig: „Will ich die Produktion optimieren, muss ich auch das Klima optimieren, das eine steht und fällt mit dem anderen.“

ClimaFlow stimmt Schirm- und Ventilatoreinsatz aufeinander ab

Svenssons Ansatz zur Lösung aller Klimaprobleme ist Zusammenarbeit, und auf Zusammenarbeit basiert auch das hinter dem Climate House stehende Dienstleistungsangebot. Neu lanciert wurde in diesem Zusammenhang ClimaFlow, das Ergebnis einer intensivierten Zusammenarbeit zwischen Svensson und Hinova. Kernstück von ClimaFlow ist der Ventilationjet, gewissermaßen eine vertikale Verlängerung des HinovaFans, die mit Hilfe einer Art Schlauch sowie eines zweiten vertikal angebrachten Ventilators eine gezielte Dosierung trockener Luft aus dem Firstraum bei geschlossenem Schirm zur Entfeuchtung erlaubt.

„Wir halten stets Ausschau nach Innovationen und vertrauen dabei unserem Gespür für zukünftige Entwicklungen“ hat sich Familie Steiner ins Stammbuch geschrieben. Angesichts dessen und den vielen Vorteilen, die ClimaFlow verspricht, scheint es zumindest nicht unmöglich, wenn die HinovaFans in Geinberg und Kirchweidach noch in Ventilationjets upgegradet würden.

Und dann im Rahmen von ClimaFlow von Svenssons Klimaberatern begleitet würden.

Tim Jacobsen