Die Vielfalt und Innovationskraft des Ökolandbaus standen im Mittelpunkt der vierten bundesweiten Öko-Feldtage am 14. und 15. Juni in Ditzingen bei Stuttgart. Unter den rund 350 ausstellenden Unternehmen, Verbänden und Organisationen präsentierte sich auch die Bingenheimer Saatgut AG und zeigte eine Auswahl ihres Sortiments und ihrer Neuheiten.
Auf den Demoparzellen waren über 20 samenfeste Gemüsesorten zu sehen, darunter drei ökologische Neuzüchtungen: eine gestreifte Zucchini, eine weiße Bete, ein Kopfsalat und ein roter Eichblatt. Zudem konnte das Liniengemisch von Batavia-Salaten der Kultursaat-Züchterin Ulrike Behrendt begutachtet werden. Liniengemische zeigen sich als erfolgversprechender Weg in der ökologischen Züchtung, eine gute Robustheit gegen Falschen Mehltau zu erzielen. Durch den gemeinsamen Anbau von elf verschiedenen Linien gibt es eine größere Variabilität auf dem Feld mit einer insgesamt geringeren Anfälligkeit. So erwiesen sich Liniengemische in einer in Zusammenarbeit mit dem Julius-Kühn-Institut durchgeführten Studie als anbauwürdig und zeigten im Vergleich zu ihren Einzelkomponenten eine höhere Ertragsstabilität.
Christine Nagel aus dem Fachbereich Züchtung stellte in einem Vortrag zwei Zuchtprojekte der Bingenheimer Saatgut AG vor. So hat etwa das Spinatprojekt zum Zweck, ein anbauwürdiges „Ökologisch-Heterogenes Material“ im Sinne der neuen Ökoverordnung zu entwickeln, welches sich durch eine höhere Resilienz gegen abiotische und biotische Stressfaktoren auszeichnet. Mit dem Gurkenunterlagenprojekt strebt die AG an, Öko-Gewächshausbetrieben erstmals eine samenfeste Gurkenunterlage zur Verfügung zu stellen, die eine gute Veredelungseignung mit gängigen Gurkensorten und gleichzeitig die benötigten Resistenzen gegen bodenbürtige Schaderreger aufweist.
Sowohl die Vielfalt auf den Demoparzellen als auch die Neuzucht-Projekte stießen beim Fachpublikum auf reges Interesse und stärkten das Vertrauen in die Innovationskraft der Ökozüchtung, weitere Möglichkeiten zur Sicherung einer erfolgreichen ökologischen Gemüseproduktion und zur Stärkung der Ernährungssouveränität zu entwickeln.
Quelle: Bingenheimer Saatgut AG