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Foto: Jørn Eriksson - Flickr, CC BY 2.0

Vor ziemlich genau fünfzig Jahren wurde, wie könnte es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten auch anders sein, auf einer Packung Kaugummi mit einem Spezialgerät das erste Mal ein produktbezogener Strichcode gescannt.

 

Heutzutage gibt es mehr als eine Milliarde Produkte mit einem Barcode, täglich wird mehr als zehn Milliarden Mal auf der Welt irgendwo ein Barcode gescannt. Basis für den Code ist die darunterstehende GTIN, eine 13-stellige Artikelnummer. Die Kölner Firma GS1 als eine von 116 Länderorganisationen vergibt die Nummern an den Handel, damit dieser seine Produkte kennzeichnen sowie identifizierbar machen und verkaufen kann.

 

Der Barcode wird anschließend mithilfe einer speziellen Software erzeugt. Der Inhalt von Code und Nummer ist gleich, nur die Darstellung unterscheidet sich. Die Unternehmen zahlen dafür eine Lizenzgebühr, die Höhe hängt vom Jahresumsatz und der Anzahl der benötigten Artikelnummern ab.

 

Jedes Produkt hat einen eigenen Barcode. Mit dem verschlüsselten Code ist jeder Artikel identifizierbar. Zieht eine Kassiererin ihn über den Scanner, erkennt das System, um welches Produkt es sich handelt. Vorreiter in Deutschland war das Wuppertaler Unternehmen Wichartz, das am 1. Juli 1977 als Erstes eine seiner Gewürzmischungen mit Strichcode auszeichnete.

 

Die erste Scannerkasse in Deutschland wurde im Oktober 1977 in einem Augsburger Südmarkt in Betrieb genommen. Edeka installierte 1981 im baden-württembergischen Zwingenberg die erste Scannerkasse. Lidl stellte 1996 um. Aldi Süd später, 2002 waren sämtliche Filialen mit modernen Scannerkassen ausgestattet, bei Aldi Nord war es sogar noch ein Jahr später.

 

Seit 1984 gibt es laut GS1 eigentlich keine verpackten Lebensmittel für Endverbraucher mehr ohne Code. Die 13-stellige „European Article Number", auf die sich Handelsorganisationen und Länder im Jahr 1976 geeinigt hatten, wurde 2009 in GTIN umbenannt. Der Barcode hat dabei über die vergangenen Jahrzehnte nicht nur das Kassieren vereinfacht, sondern auch die gesamte Prozesskette im Handel wesentlich verbessert.

 

Die Erfinder der Codes sind die beiden US-Amerikaner Joseph Woodland und Bernard Silver. Um Produktinformation auch ohne Zahlen automatisch auslesen zu können, entwickelten die beiden Studenten in den Nachweltkriegsjahren ein entsprechendes Konzept, patentierten es, und verkauften das Patent Jahre später für 15 000 US $ an das Unternehmen Philco.

 

Gewissermaßen fünfzig Jahre nach dem ersten Biep stehen auch potentielle Nachfolger in den Startlöchern: werden zweidimensionale Codes wie der QR-Code, mit denen sich eine größere Vielzahl an Daten abbilden lässt, das Rennen machen oder doch eher die deutlich teureren RFID-Tags? Wie so oft im Leben, könnte es auf ein Mix hinauslaufen.

 

Tim Jacobsen