Die Selbstpflück-Aktion von Landwirt Mark Hochgürtel, mit der er seine Heidelbeer-Ernte retten wollte, war am Wochenende ein voller Erfolg. Viele Menschen hatten den Artikel im General-Anzeiger am 9.10.2022 gelesen und sich auf den Weg zu dem Feld gemacht, das zwischen Wachtberg-Fritzdorf und Oeverich liegt.
„Ich bin begeistert. Es ist schön, dass durch diese Aktion die Menschen auch wieder an Regionalität und Nachhaltigkeit denken“, so Mark Hochgürtel, der gemeinsam mit seinem Bruder Felix Luedtke die Heidelbeeren im Drachenfelser Ländchen anbaut. Wie berichtet, hatte ihm sein Großhändler kurzfristig die Abnahme seiner Beeren storniert, weil dieser nun Früchte aus Peru in den Handel bringt. „Am Samstag waren bestimmt 1000 Leute hier. Es war der Wahnsinn, auch heute wieder. Es haben mich sogar Leute aus Erftstadt angerufen, die gekommen sind“, so Hochgürtel weiter. Einen solchen Erfolg habe er nicht erwartet.
Er rechnete am Sonntag damit, dass am Ende der Aktion kaum noch Heidelbeeren an den Sträuchern hängen. „Die Menschen pflücken wirklich sehr sauber“, so der Landwirt. Er habe auch sogenannte Schüttelware zum Feld gebracht. Dabei handelte es sich um einen Mix aus guten und unreifen Beeren – aber auch diese hätten die Menschen ihm aus „den Händen gerissen“. „Auch die Ware aus dem Kühlhaus konnte ich verkaufen. Ein anderer Vermarkter hatte den Artikel online gelesen und mich gleich am Samstagmorgen besucht. Die Ware geht nun nach Holland und wird dort verpackt“, so Hochgürtel, „wir sind hier wirklich noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen“.
Weil die Selbstpflück-Aktion so ein großer Erfolg war, denkt Hochgürtel darüber nach, die Aktion im kommenden Jahr zu wiederholen. „Aber nur hier auf diesem Feld. Das andere ist leider nicht gut zu erreichen“, so der Wachtberger Landwirt.
Quelle: Generalanzeiger