Mechanische Unkrautbekämpfung wird immer perfekter

MODERN

Kameraunterstützte Hacke K.U.L.T. iVision PV von K.U.L.T. Kress<br>Foto: Véronique Bargain

Die mechanische Unkrautbekämpfung ist eine Säule des agrarökologischen Wandels. Auf der französischen Fachmesse Sival, die Mitte März in Angers stattfand, boten viele Aussteller Hackgeräte an, die dank Kameraführung heute immer präziser werden. Sie sind leichter einstellbar sowie schneller und erlauben das Jäten ganz dicht an der Reihe bzw. an den Kulturpflanzen, aber auch entlang von Bewässerungsschläuchen oder Gerüstkonstruktionen.

Sitia-Jarny

TREKTOR nennt sich der autonome Traktor des Herstellers Sitia, der mit einer Dreipunktaufhängung, die den Einsatz von hydraulischen, mechanischen oder elektrischen Arbeitsgeräten erlaubt, sowie einer Möglichkeit zum Zwischenachsanbau kleinerer Geräte ausgestattet ist. Zu Beginn der Arbeit wird mit Hilfe eines mit GPS ausgestatteten Pfahls eine Einmessung durchgeführt. So wird der Arbeitsbereich definiert (Beginn und Ende der Reihen) sowie eine Sicherheitszone, egal ob im Freiland oder unter Schutz. Anschließend richtet man die Bewegungen und die Geschwindigkeit wie bei einem klassischen Traktor ein. Die zwei Antriebsräder sind mit akkubetriebenen Motoren ausgestattet. Wenn die Ladung unter 50 % fällt, laden sich die Akkus dank eines Verbrennungsmotors automatisch wieder auf. So werden 24 Stunden Autonomie realisiert. Länge, Breite und Höhe des TREKTOR sind variabel auf die jeweiligen Kulturen einstellbar. Eine Überwachung auf maximal 200 m ist obligatorisch, aber der Hersteller hofft auf eine Änderung der Vorschriften (in Frankreich, Anm.d.Red.) in einigen Monaten.

Oliver Agro

Die Präzisionshacke Colibri vom italienischen Hersteller Oliver Agro ist mit einer Reihe von hydraulischen Parallelogrammen mit Unkrautbeseitigungsscheiben mit Stahlzähnen ausgestattet, die entsprechend der Saatreihen konfiguriert sind. Die Kulturreihen können bis minimal 4,5 cm Abstand haben. Das Gerät bricht die Kruste zwischen den Reihen bis auf einen Abstand von 2 cm an die Kulturpflanze heran auf und bearbeitet dabei bis zu 3 cm Bodentiefe, sodass Unkräuter herausgerissen werden. Die Rotationsgeschwindigkeit der Scheiben sowie ihre Arbeitstiefe können variiert werden. Geeignet ist die Colibri für Kulturen wie Möhren, Feldsalat, Babyleaf, Petersilie, Rucola, Endivien, Basilikum und Rote Bete auf dem Beet, auf ebener Fläche oder auf Dämmen. Eine oder zwei Kameras liefern Fotos auf einen Monitor von 12 V, der in der Fahrerkabine installiert ist. Eine Bedienperson kann von einem optionalen Sitz hinter dem Gerät aus mit einem Joystick den Kurs gegebenenfalls korrigieren. Die Arbeitsgeschwindigkeit beträgt 3 bis 4 km/h.

Solemat

Der Hersteller Solemat präsentierte einen Anbaurahmen für den Feldanbau, der es ermöglicht, mit Folie oder Minitunneln abgedeckte Beete zu überfahren und dabei Unkraut zu hacken, das in der Fahrspur oder rund um Gerüstpfähle wächst. Die Spurbreite der Räder lässt sich der Beetbreite anpassen. Das Steuergerät in der Fahrerkabine erlaubt es, Neigung und Höhe des Fingerrades zu regeln. Die Fingerräder werden in verschiedenen Durchmessern und Härtegraden angeboten. Der Rahmen kann an die Dreipunkthydraulik oder den Frontkraftheber angebaut werden, wobei eine Versorgung mit Strom und Hydraulik notwendig ist.

K.U.L.T. Terrateck

Terrateck, der französische Vertriebspartner von K.U.L.T. Kress, zeigte auf der Sival eine Hackmaschine mit Kameraausstattung. K.U.L.T. iVision PV ermöglicht präzises Hacken in der Reihe und zwischen den Reihen. Die Parallelogramm-Verschiebung ermöglicht den Heckanbau mit 1,5 bis 6 m Arbeitsbreite bei Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 20 km/h. Die K.U.L.T. iVision PV ist auch als Nachrüstset für vorhandene Hacksysteme erhältlich. Das K.U.L.T. iVision SV ist hingegen ein Seitenverschiebungs-System für kameragesteuertes Präzisionshacken für Anbaugeräte bis 3 500 kg Gewicht und Arbeitsbreiten von bis zu 12 m im Heckanbau. Das große Kamerasichtfeld erlaubt eine präzise Führung auch bei ungünstigem Zustand der Anbaukulturen. K.U.L.T. iSelect ist ein selektives Hacksystem für das Hacken in der Reihe und zwischen den Pflanzen bei Pflanzabständen über 20 cm (Salate, Sellerie). Zwei Kameras gewährleisten eine präzise Einzelpflanzenerkennung und erlauben das Hacken mit 2 bis 5 km/h Geschwindigkeit. K.U.L.T. iSelect ist auch als Multisektions-Ausführung für dreibeetige Bearbeitung in einer Überfahrt erhältlich.

Perfect Van Wamel

Der Terra Ranger des niederländischen Herstellers Perfect Van Wamel B.V. erlaubt eine schnelle und effektive Bodenbearbeitung in der Reihe oder unter dem Baum bei hohen Fahrgeschwindigkeiten von bis zu 15 km/h. Die Kombination aus zwei Gegenfräsaggregaten und Fingerhacken sorgt für die Entfernung der Vegetation auf beiden Seiten der Graspiste und in der Reihe. Dabei sind Arbeitshöhe, Neigung und Position der Fingerhacken verstellbar. Der rein mechanische Antrieb der Fräsen über die Zapfwelle setzt eine minimale Leistung des Traktors von nur 45 PS voraus.

EAM Euro Agri Mat

Der französische Hersteller EAM Euro Agri Mat bietet eine Hacke an, die es ermöglicht, die Fahrspuren und die Ränder von Mulchfolien zu hacken, ohne dass die Folie zerstört wird. Gänsefußschare entfernen das Unkraut in den Fahrspuren und Fingersonnen von 290 mm Durchmesser säubern die Ränder der Folien. Für verschieden starke Folien werden die Fingerräder in zwei Härtegraden angeboten.

Chabas

Die französische Firma Chabas stellte auf der Sival den Zwischenreihen-Mulcher Varius Serie RMV der Südtiroler Marke Aedes vor, dessen Breite einstellbar ist. Dies erlaubt die Anpassung an verschiedene Reihenabstände in Obstplantagen. Es sind verschiedene Ausführungen erhältlich, wobei das schmalste Modell Arbeitsbreiten von 1 280 bis 1 640 mm realisiert und das breiteste 2 480 bis 3 480 mm. Die Geräte sind für besondere Wendigkeit kompakt, sehr kurz und robust. Der innovative Antrieb erfolgt über ein Winkelgetriebe. Der Traktor braucht für den Betrieb der Maschine zwei doppelwirkende Hydraulikventile.

Sabine Aldenhoff

(Fruits & Légumes April 2022; No. 426)