Nach der Entlassung des Finanzministers und dem Ausscheiden der FDP gehört die Ampelkoalition in Deutschland der Vergangenheit an. Unabhängig davon wird immer deutlicher offenkundig, in welcher Situation sich die deutsche Volkswirtschaft – oder zumindest wichtige Teile dieser Volkswirtschaft – befinden. Keinesfalls den Blick verschließen soll sich diese einleitende Situationsbeschreibung vor den zahlreichen Vorgängen und unterschiedlichsten Einflüssen und Kräften, die das Weltgeschehen gegenwärtig bestimmen und am Ende zu einer enormen Veränderung der Weltordnung führen könnten.
Schaut man einmal kritisch auf diese Geschehnisse und betrachtet die eigene Situation, erscheinen viele unserer Wahrnehmungen in einem anderen Licht und manches Negative verliert an Bedeutung. Dieses Gefühl verbleicht aber schnell wieder, wenn man an die Gegenwart vor Ort und das eigne Umfeld denkt.
Die deutsche Wirtschaft hinkt im europäischen und im internationalen Vergleich in ihrer Entwicklung weit hinterher. Besonders groß ist der Abstand zu einigen asiatischen Ländern und auch zu den USA. Dort haben die Menschen gewählt und es kam, was von vielen in Europa befürchtet wurde. In diesem Kontext darf nicht übersehen werden, welch enorme Unterstützung Donald Trump durch die Landbevölkerung erfahren hat und erst recht durch die Landwirte.
Es wäre an dieser Stelle fahrlässig, darüber zu spekulieren, wie der dort gewählte Präsident seinen Wahlslogan „America First“ in die Realität umsetzen wird. Eines scheint jedoch schon sicher – es wird nicht leichter für Deutschland und Europa, im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Und all dies geschieht in einer Phase, in der die deutsche Politik ein überaus gespaltenes Bild widerspiegelt. Statt den dringend notwendigen Antworten auf die zwingenden Fragen der Zeit entsteht noch mehr Ungewissheit, über das, was kommen wird. Will Deutschland seine führende Position als Wirtschaftsnation, die auch jetzt schon mehr als angekratzt ist, dauerhaft wahren, sind klare Zielvorgaben gefordert.
Doch es scheint, als wenn uns die Zeit etwas davonläuft. Ende Februar sind Bundestagswahlen. Es bleibt zu hoffen, dass sich die Bildung einer neuen Regierung einfacher gestaltet, als von vielen befürchtet. Bevor diese Regierung dann ihre Geschäfte aufnehmen könnte, ist es Frühjahr, und bis tastsächlich die ersten dann getroffenen Beschlüsse umgesetzt werden und ihre Auswirkungen zeigen können, vergehen weitere Monate kostbarer Zeit.
Unternehmen, Landwirte und Gartenbauer erwarten klare Zielvorgaben und faire Rahmenbedingungen, die Ihnen ermöglichen, erfolgreich zu wirtschaften: Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass neben den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch gesellschaftliche Aspekte, das Klima und die Umwelt berücksichtigt werden. Dies muss jedoch in einem ausgeglichenen Verhältnis geschehen. Für von Ideologie geprägte Vorgaben ist da kein Platz. Vielmehr sind bei der Abwägung der unterschiedlichen Argumente Weitsicht und eine ganzheitliche Betrachtung gefordert – dies war in der Vergangenheit leider oftmals nicht der Fall.
Wenn Landwirte und Gärtner, bei all der Kreativität und Flexibilität, die dieser Berufsstand mitbringt, mit Sorgen nach vorne schauen, dann schwingt im Hintergrund immer die Ungewissheit vor der Zukunft mit, und der Wunsch nach fairen Rahmenbedingungen, die sie für den Fortbestand ihrer Familienbetriebe und Unternehmen dringend benötigen.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und Mitarbeitern, im Namen unserer Redaktion und des Verlages ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest und viel Glück im neuen Jahr
Thomas Kühlwetter