Anfang September war etwas Spürsinn gefragt, wollte man sich die vorerst letzte Talkshow aus der Reihe Hazera on(ion) tour nicht entgehen lassen - etwas gar versteckt waren die Links und Veranstaltungshinweise. Verstecken hätte aber überhaupt keine Not getan: Mit Arjan van Hassel von Tolsma Techniek, Jan-Willem Hoopman von Hoopman Equipment & Engineering sowie Gijsbrecht Gunter und Andre Boot waren im Aufnahmestudio ziemlich genau die vier Personen versammelt, die auf die dringenden Fragen die passenden Antworten parat hatten: Wie lassen sich hohe Erträge und gute Qualitäten erzielen? Welchen Einfluss hat die Ernte, aber auch die Lagerung, auf die Endqualität von Zwiebeln? Wie entwickelt sich der Zwiebelmarkt - und wie wirkt sich Qualität auf den Abverkauf aus?
Die Einlagerung fängt mit dem Entschloten an - die schon viele Male zuvor gehörten Tipps besaßen auch dieses Mal wieder Gültigkeit: auf keinen Fall zu tief, und was auf der einen Parzelle richtig sein mag, ist es nicht unbedingt auf der nächsten und auf jeden Fall sollte dem Anbauberater mindestens genauso viel Vertrauen geschenkt werden wie dem Lohnunternehmer, so Hoopman. Damit noch lange nicht Ende, auch beim Einlagern lässt sich dann auch eine ganze Menge falsch machen. Van Hassel zufolge werde gerne übersehen, dass die Zwiebeln erst einmal auf die gleiche Temperatur gebracht werden, bevor es dann mit der Trocknung losgeht.
Liegen die Zwiebeln den ganzen Tag in der Sonne, kann die Temperatur in einzelnen Zwiebel auch schon einmal an der 50 °C-Grenze kratzen. Die Abteile im Lager sollten nicht zu groß sein, 500 t hält van Hassel für ausreichend. Mit dem Molierdiagramm sollte sich den vier Diskutanden zufolge jeder, der nur irgendetwas mit Lagerung zu tun hat, dringend vertraut machen. Praktisch sei es auch, entsprechende Diagramme an neuralgischen Punkten im Lager aufzuhängen und damit jederzeit zugänglich zu haben. An regelmäßiger Kontrolle nicht nur der Sensormessergebnisse, sondern vor allem der tatsächlichen Zwiebeln führt in der weiteren Lagersaison dann kein Weg vorbei.
Westafrika zeigte sich Ende August noch etwas unempfänglich für niederländische Ware, was Gunter etwas Sorgenfalten bereitete. Auf die Frage, ob sich denn Anstrengungen wie GlobalGap lohnen würden, empfahl Gunter uneingeschränkt, die Extrameile zu gehen, auch wenn es im Einzelfall schwer sein wird, in Heller und Pfennig auszurechnen, was Extraqualität umgerechnet in Geldbeutel bedeutet, lohnen würde sich das Ganze allemal. Denn daran führe kein Weg vorbei: 90 % der in den Niederlanden angebauten Zwiebeln müssen einen Abnehmer außerhalb der Niederlande finden …
Tim Jacobsen