Vielleicht gibt es ja tatsächlich so etwas wie der lang-ausgedachte-Namen-passt-nach-der-Geburt-nicht-zum-Kind auch beim Kernobst, wenn auch andersrum: In einer Blindverkostung dreier Neuzüchtungen des Bayerischen Obstzentrums ordnete die Hälfte der Befragten dem mit sieben Achtel aller Stimmen zum eindeutigen Favoriten gewählten Apfel den richtigen Sortennamen zu. Weitere Kommentare zu `Frischer Ferdi´ waren: auch top, aber weniger sauer, alle schmecken sehr ähnlich. Wenn, dann war dieser Apfel etwas saurer, super süß, leicht sauer und knackig, säuerlich und fest und sehr lecker, süß. Auch Sortenschwester `Charlotte´ bekam viel Lob: sehr schön sauer und knackig, leicht süßlich, leicht süß und knackig, süßlich und fest und lecker, feste Schale, knackig. Ähnlich auch `Süßer Anton´, der seinem Namen alle Ehre machte: zu süß, aber auch gut knackig, leicht sauer, eher neutral und knackig, süßlich.
Mit Dank an Dr. Michael Neumüller, dem es in zwei Jahrzehnten gelungen ist, Sorten zu züchten, die ohne jegliche Lagerbehandlung im Kühlschrank überwintert, sogar noch in der zweiten Junihälfte des auf die Ernte folgenden Jahres nicht nur das Prädikat wohlschmeckend verliehen bekommen, sondern allgemein auch als knackig eingestuft werden.
Tim Jacobsen