Du hast keine Chance, nutze sie!

MODERN

Foto: Heinz

Die Weihnachtssternsaison 2023 sparte zwar das Feuerwerk für Silvester auf, war aber den einschlägigen Berichten zufolge insgesamt vielleicht gar nicht so schlecht. Der Abverkauf startete schleppend, was aber auch damit zusammenhängen mag, dass der Vierte Advent und Weihnachten zusammenfielen und der Erste Advent somit auf den letztmöglichen Termin. Auf Produktionsseite trugen die wieder einmal auffällig warmen Temperaturen insbesondere im vierten Quartal 2023 dazu bei, den Energieverbrauch im Griff zu behalten. Falls sich nun aber tatsächlich der Absatz langfristig in die spätere Adventszeit verlagern würde, würde sich das auf der Kostenseite negativ bemerkbar machen.

 

Rot dominiert auch weiterhin mit rund neun von zehn verkauften Weihnachtssternen, insbesondere je näher es Richtung Weihnachten geht. Sonderfarben und -formen erfüllen nicht immer alle in sie gesetzten Erwartungen, behaupten konnten sich vor allem weiße Sorten. Premium wird es im Fachhandel dann mit etwa 40 x 40 x 40 im 13er Topf, Midis im 11er Topf dann jeweils 10 cm kleiner. Die Popularität der Minis schien zugunsten der Midis abgenommen zu haben.

 

Stiegen im Jahr zuvor noch im Licht des russischen Einmarsches in die Ukraine die Preise auf so gut wie allen Ebenen, war vorletztes Jahr kaum mehr Bewegung: der LEH, die Baumärkte und die Discounter diktierten letztendlich auch dem Fachhandel die Preise. Auch wenn Qualität, Frische, Beratung und Auswahl durchaus auch in Polykrisen-Zeiten von manchen noch finanziell honoriert wird, wird diese Käuferschicht immer kleiner: Ging vor wenigen Jahren noch mehr als jeder dritte Weihnachtsstern im Fachhandel über den Tresen, steuerten wir zu Letzt auf jeden Vierten zu.

 

Gleichzeitig ging auch die Anzahl insgesamt verkaufter Weihnachtssterne zurück, wahrscheinlich übertraf dieser Rückgang die zuletzt gehäuft zu verzeichnenden Produktionsaufgaben, was wiederum den Druck im Kessel erhöhte. Stars for Europe machen mit Sicherheit auch im 25. Jahr einen guten Job, und die Bewerbung des 12.12. als Poinsettientags nach US-amerikanischen Vorbild ist mit Sicherheit auch keine schlechte Idee – aber letztendlich müssen es für das hochpreisigere Sortiment die kleinen feinen Aktionen vor Ort richten.

 

Tim Jacobsen

 

(Artikel aus GP 01/25)